Veilchenduft
B. Randhartinger
Warum der Veilchenduft so hold,
Das weiß nur ich und Eine;
Dort blitzt es noch im Morgengold,
Ihr Häuschen überm Rheine!
So lang ist's her! Doch kommt die Zeit
Mir nimmer aus dem Sinne;
Da ging mit aller Seligkeit
Mir auf der Jugend Minne!
Und wenn die Veilchen wieder blühn
Und ihren Duft versenden,
Die Eine seh mit holdem Glühn
Ich stets den Strauß mir spenden.
Jahr aus, Jahr ein vergeß' ich's nicht;
Mit jedem neuem Merzen
Strahlt mir der ersten Liebe Licht
Wie einst, wie einst im Herzen!
Drum wie der Veilchenduft so hold,
Das weiß nur ich und Eine;
Ihr Lüfte, grüßt im Morgengold
Die Eine, die ich meine!