Weihnacht der Alten
B. Randhartinger
Still aus ungeahnter Ferne,
selbst ein Stern im Kranz der Sterne,
schwebt das Christkind durch die Nacht,
schwebt vorbei an unser'n Hallen,
lauschend, welches Kind vor allen
seiner treu und fromm gedacht.
Mit der Fülle seiner Gaben
zu beglücken und zu laben,
hat es Glanz und Duft gepaart;
also dachten wir als Kinder,
und die unser'n sich nicht minder,
jenes Engleins Erdenfahrt.
Manche jener Weihestunden
ist verklungen, ist verschwunden,
und dahin ist manches Glück.
Doch wir blicken mit Entzücken
auf die gold'nen Zauberbrücken
jener heil'gen Zeit zurück.
D'rum im Jubel uns'rer Lieben
seh'n wir, was uns noch geblieben,
seh'n wir, wie wir meist gefühlt,
als wir noch mit dunklen Haaren
Kinder wie die unser'n waren
und wie sie geträumt, gespielt.
Und d'rum träumen wir nicht minder
wie das Kränzchen uns'rer Kinder
jenen mystisch heil'gen Traum,
und d'rum schwärmen wir mit ihnen
um den reichen, dunkelgrünen,
lichtumfloss'nen Weichnachtsbaum.