Die Blumen

B. von Brukenthal

Entblättre nicht die lieben Rosen,

Die deines Garten Flur dir zieren;

Mit ihren Blüthen magst du kosen,

Sie werden nicht den Duft verlieren.

Mit Liebe sollst du stets sie pflegen,

Und blühend werden sie dich lieben;

Es ist des Himmels schönster Segen,

Wenn uns die Blumen treu geblieben.

So lang im Feuerbrand des Lebens

Die keuschen Farben nicht verblichen,

So lang der Erdenwurm vergebens

An ihre Blätter sich geschlichen:

So lange mag dein Herz sich weiden

An ihrer Hülle reinem Schimmer!

Kurz ist die Frist -- und wenn sie scheiden,

Bedenk' es wohl: sie kehren nimmer.

Und aufwärts mit des Zephyr's Lüften,

Siehst klagend du die Geister schweben,

Dir bleibt von den entschwundnen Düften,

Ein welkes, blüthenleeres Leben!