Abendruh'

C. Banck

Noch weiden die Heerden am Felsenhang,

Noch tönte wetteifernd der Vögel Gesang,

Noch jauchzen die Schnitter sich zu;

Doch bald naht der Abend in feuriger Pracht,

Ihm folget die stille, die heilige Nacht,

Und bringet das Leben zur Ruh:

Zur Ruh, zur Ruh,

Zur süßen, erquickenden Ruh.

Es leuchten die Gletscher im Abendschein,

Es hüllen die Thäler in Nebel sich ein,

Es schließen die Blumen sich zu;

Von Alpe zu Alp' tönt des Kuhreigens Klang,

Es ziehen die Hirten mit fröhliche Sang

Ins dämmernde Thal nun zur Ruh:

Zur Ruh, zur Ruh,

Zur süßen, erquickenden Ruh.

Es steigen die Sterne am Himmel herauf,

Und wandeln den alten urewigen Lauf,

Und blinken liebkosend sich zu;

Es tanzen die Elfen beim Mondenschein

Auf grüner Matte den luftigen Rhein,

Und gehen dann still auch zur Ruh:

Zur Ruh, zur Ruh,

Zur süßen, erquickenden Ruh.