Abendruhe

C. Banck

Die alten Felsen blinken

Im letzten Abendstrahl,

Die Blumenkelche trinken

Den duft'gen Thau im Thal.

Die weißen Nebel steigen

Vom Wiesengrund empor,

Und aus den dunklen Zweigen

Weht feucht der Wind hervor.

Ach! wie die Nacht sich kühlet,

Wird's wärmer in der Brust;

Es ahnt und drängt und wühlet

Im Herzen umbewußt;

Wie Nebel, sich lösend und hebend,

Aufsteigen zu den Höhn,

Möcht' auch die Seele schwebend

Zu lichten Räumen gehn!