Braust es, weht es

C. Banck

Braust es, weht es, und der Bäume

Gipfel tief sich neigen --

Thut mir's Herz weh' und ins Auge

Bitt're Thränen steigen.

Trüb' in endlos bitt'rem Kummer

Meine Tage schwinden --

Nur in heißen Thränen kann ich

Noch Erleicht'rung finden.

Thränen trösten, doch sie bringen

Glück nicht, das verschwunden --

Nie vergißt, wer Glück genossen,

Währt's auch nur Sekunden!

Und doch Menschen giebt es, die mein

Schicksal mir beneiden;

Ist der Halm noch glücklich, dörrend

Einsam auf der Haiden?

Ohne Thau und ohne Sonne

Auf der Haid' im Sande...

Traurig ohne den Geliebten

Ist's im fremden Lande! --

Ohne ihn hab' ich kein Schicksal,

Scheint die Welt Gefängnis --

Ohne ihn nicht Glück noch Ruhe:

Noth nur und Bedrängniß.

Sprich, wo bist du mein Lieber mit den

Schwarzen Augenbrauen?...

Komm', den Kummer, den du selber

Mir gemacht, zu schauen!...

O, zu wem soll ich mich wenden?

Wer, der mit mir gern ist?

Der mich liebt und den ich liebe --

Wenn der Eine fern ist?

Hätt' ich Flügel, zum Geliebten

Schnell geflogen käm' ich,

Aber hier mein junges Leben

Welk' ich und vergräm' ich.