Sehnen
C. Banck
Wenn ich ein Vöglein wär',
flög' ich wohl hin und her,
flög' ich zu ihr!
So aber unbekannt
sitz' ich im fremden Land
traurig allhier.
Trennst mich, du weiter Raum,
bin doch in Schlaf und Traum
ewig bei ihr!
Sehe mich tausendmal
heimlich im Heimattal,
Liebchen, bei dir!
Doch um die halbe Nacht,
wenn mir das Herz erwacht,
seufzt es nach ihr!
Ach, und alleine dann
fasst mich die Sehnsucht an,
Liebchen, zu dir!
Einsam und unbekannt,
traurig im fremden Land
wein' ich allhier.
Wenn ich ein Vöglein wär',
flög' ich wohl übers Meer,
flög' ich zu dir!