Tod und Trennung

C. Banck

Gottes Milde mocht' es fügen,

Liegt ein Mensch in letzten Zügen,

Stehn am Sterbepfühl die Seinen,

Daß sie müssen weinen, weinen;

Daß sie nicht vor Thränen schauen

Das unnennbar bange Grauen,

Wie der Geist verläßt die Hülle,

Letztes Zucken, tiefe Stille.

Weh dem Thränenlosen, wehe,

Der sich wagt in Sterbens Nähe,

Denn ihm kann durchs ganze Leben

Jenes Grauen heimlich beben.

Doch ein Anblick tiefrer Trauer,

Bänger als des Sterbens Schauer,

Wär' es, könnt' ein Aug es fassen,

Wie zwei Herzen sich verlassen.