Wanderlust
C. Banck
O gib den Stab mir, Mutter traut,
Und laß mich wandern hinaus!
Die weite Ferne ist mein Braut,
Und die Welt mein Vaterhaus.
Die Wolken und Winde ziehn ab und auf,
Die alten Berge stehn riesengroß:
Ihr Wolken und Winde, des sterblichen Lauf
Zieht mit euch über der Erde Schooß.
O Heimatthal, wie eng du bist!
Es treibt mich von dir unbewußt,
Um an der Welt, die draußen ist,
Zu messen die Welt in meiner Brust!
Mir ist als sollt' ich jedes Haus
Und jedes fremde Herz durchspähn,
Als riefen tausend Stimmen aus:
Mußt ewig, ewig wandern gehn!
Sieh, hinter jedem Lande lacht
Ein andres Land, viel schöner doch,
Und eine süßre Liebesnacht
Winkt dir in andren Nächten noch.
O lockt mich nicht so mit Gewalt,
Ihr Menschenaugen, Städt' und Seen!
In meiner Brust das Echo wallt:
Mußt ewig, ewig wandern gehn!
O gib den Stab mir, Mutter traut,
Und laß mich wandern hinaus!
Die weite Ferne ist meine Braut,
Und die Welt mein Vaterhaus.