Das Blut eines Iren

Ludwig van Beethoven

Das Blut eines Iren wird Feuriger wallen,

So oft es um Krieg oder Liebe sich dreht;

Und just wo die Kugeln am Dichtesten fallen,

habt ach, wie am kühnsten er Glühe.

Macht auch die Kugel ihn zum Stelzfuß,

Er trällert leichten herzens fort:

"Schicksal hat Mängel, doch Nora, mein Engel,

Die sanft aus dem Herzen mir lächelt die Schmerzen,

Scheucht jegliches Leid durch ein trauliches Wort;

Und hei, wie sie springen und trinken und singen

An Patricks Tag in der Frühe!"

O Heil dir, du Perle der westlichen Meere,

Mein liebliches Eiland, du Stolz meines Sangs;

Daß ewig der Mut deiner Söhne dich mehre,

Der Reiz deiner Töchter durchglühe!

Säumt scheinbar auch des Ostens Sonne,

Wird Weisheitslicht auch spät gesehn,

Nacht und Beirrung und dunkle Verwirrung

Wird spurlos entweichen wie Nebel von Teichen,

Und Irland, die Ketten zerbrechend, erstehn;

Und hell wird, wie Glocken, die Heimat frohlocken

An Patricks Tag in der Frühe!