Das golden Wams

Ludwig van Beethoven

Er:

Ein goldnes Wams mein Liebchen kleid',

Ihr Goldhaar schmück' Rubingeschmeid';

Ein Goldwams ihre Glieder hold,

An Wert so überstrahlend Gold.

Kein Grafenkind im Goldbrokat

Soll je verdunkeln ihren Staat;

Sag an denn, holdes Mägdelein,

Wann soll der Tag der Hochzeit sein?

Sie:

Kann fesseln mich ein goldnes Kleid?

Kann blenden mich Rubingeschmeid'?

Nicht unser Berge reichstes Gut,

Nicht Indias Gold noch Perlenglut

Besticht mein Herz mit eitlem Schein,

Verlockt mein Lieben, feil zu sein.

Getrofen schon ist meine Wahl,

Mich lockt der Schatten, nicht der Strahl.

Er:

Verschmähst du stolz mich? Immerhin!

Wohl steht noch mancher Dirne Sinn

Nach meinem Staat... so geh, ich trag's,

Doch dich noch reut es eines Tags!

Sie:

Geh du mit Kleid und Schmuck und Gold

Zu Herzen, die da feil für Sold;

Mir bleib' wie alles andre fern

Als Evans Lieb', mein Schatz und Stern!