Das Tal von Clwyd
Ludwig van Beethoven
Wähnt nicht, daß Clwyds Tal ich ließ,
Zu teuer ist es mir;
Es ruft zurück das Paradies,
Das mich umstrahlt, als Heinrich hier.
Ein zorn'ger Vater hatte lang
Dem Liebesbund gewehrt,
Von Gram verzehrt ward Heinrichs Brust,
Verzweiflung war's, die ihn genährt.
Auch Ellens's Wange wurde bleich,
Doch war noch Hoffnung mein,
Denn unter Zorn des Vaters schien
Ein Lächeln mild mir zu verzeih'n.
Auch trog die süße Hoffnung nicht;
Gerührt von meiner Pein,
Sprach er, sei froh und lächle, Kind,
Sollst deines Heinrichs Bräuchten sein.
Beglückt auf Liebesschwingen flog
Zu Heinrichs Hüttchen ich,
Wo ach! Zu bald der Freuden rausch
Im Wangenrot, zu bald verblich.
Es war ein Glück, mit Furcht vermischt,
Ein trüber Sonnenschein,
Doch bald erschien der Hochzeitstag,
Und Hoffnung scheuchte Furcht und Pein.
O Traum zu falsch! O Furcht zu wahr!
Gebrochen ist mein Muth;
Ich kann nicht mehr... im Blumenschmuck
Prangt dort das Grab, wo Heinrich ruht.