Das verliebte Mädchen

Ludwig van Beethoven

O wär' ich der Hänfling im Hag dort,

Und wäre ein Birnbaum mein Haus,

Zu sitzen den sonnigen Tag dort

Und singen und ruhen mich aus!

Bin satt dies Sichplacken und Spinnen,

Und Dermot, wo find' ich ihn, ach?

Fast fürcht' ich, ihn nie zu gewinnen,

Überall folgt ein Unstern mir nach!

Ich malte, ergreifend die Hände

Des Paters, mein Leid ihm getreu;

Und daß er für mich sich verwende,

Käm' Dermot zur Beichte aufs neu'!

Doch er sagte, ich sei noch nicht mündig,

Müsse Lieb' und Verlockungen fliehn.

Macht wirklich denn Liebe mich sündig?

Ein Unstern scheint mit mir zu ziehn.

Marie und ihr Heil'gen! Euch neigen

Soll stets sich mein dankbarere Sinn;

Meinen Dermot nur gebt mir zu eigen,

Und ich lieb' euch so lang' wie ich bin.

Umsonst rät Verstand und der Pater,

Mein Dermot, zu lassen von dir;

Folge Unglück dem Rat und dem Rater,

Und Glück meinem Dermot und mir!