Den Goldwein kredenzt
Ludwig van Beethoven
Den Goldwein kredenzt,
Denn mein Herz ist voll Lust,
Hat Nachtzeit nicht Sonnen
Wie Tag sie hat just?
O Heil jenen Stunden,
Wo traumhaft gewiegt
Die Seele mir schmilzt,
Und dem Zauber erliegt!
Wenn Wein, mich erleuchtend,
Die Schatten beschwor,
Und Liebe verheißend
Mir flüstert ins Ohr;
Wenn Sorgengespenster
Wie Nebel entfliehn,
Und strahlende Welten
Mein Flug mag durchziehn.
Ja, Lust ist mir Göttin:
Folgt, Lieblinge, mir,
Du Häuflein, das Witz hat
Zu huldigen ihr.
Von Leben durchjauchzt,
Wie ein Vöglein beschwingt,
Schlürf-ich jegliche Lust,
Die der Zeitstrom mir bringt:
Ergötzen und Fest,
Maskerade und Ball,
Entzückende Bilder
Mich lockt euer Schall!
Begegne uns Schönheit,
Die Leier in Arm,
Und irischer Frohsinn
Beseele den Schwarm.
Ist Leben ein Traum,
Wie ist lieblich sein Glühn,
Und der Traum dieser Nacht
Wird uns sicherlich blühn.
SYSTEMIst Leben ein Trugbild?
Doch gilt es mir mehr?
So gieß ihren Lichtschein
Die Freude umher.
Hinweg mit den Grillen!
Wie arm ist die Brust,
Die finster und traurig
Und abhold der Lust;
Gebt Frohsinn mir, lächelnd
An allem vorbei,
Der den Dorn macht zur Rose
Und Winter zum Mai.