Des Seemanns Weib
Ludwig van Beethoven
Trüb war der Himmel, schwarz die See
Am Tag, da wir geschieden;
Wie schnell sein Segel, weiß wie Schnee,
Mir schwand mit Glück und Frieden!
Noch seh'ich am Steuer stehn,
So stolz und keck im Leide,
Ich kannt'ihn, der sein Tuch ließ wehn,
Am lust'gen, bunten Kleide.
Der Tag schleicht träge wie ein Jahr
In Einsamkeit und Sorgen,
Wenn Tod uns schreckt und Kriegsgefahr,
All überall verborgen.
O könnte Ehrgeiz ruhn und Streit
Und mir nach langem Leide
Mein Krieger nahn zur Seligkeit
Im lust'gen, bunten Kleide.