Die Elfen
Ludwig van Beethoven
Wir Elfenvolk, versteckt im Hag,
Ersinnen Zauberspuk bei Tag,
Bis Nacht den Äther Schwarz befällt,
Dann ziehn wir durch die luft'ge Welt,
Vom Mondlicht klar umschwebt.
Im Flug ums All, vor Tagesnahn,
Verfolgen wir die steile Bahn,
Manchmal hinab von unsern Pfaden
Zum grünen Erdenplan geladen;
So sacht, so sacht,
So sacht streift unser Fuß den Saum,
Daß kaum der Hahn sich neigt im Traum,
Und wie vor Furcht erbebt.
Refrain
So sacht, so sacht,
So sacht streift unser Fuß den Saum,
Daß kaum der Hahn sich neigt im Traum,
Und wie vor Furcht erbebt.
Und wenn kein Werk uns treibt von Haus
Ins All, ins wirbelnde, hinaus,
Versingen und vertanzen sacht
Auf blum'ger Wiese wir die Nacht,
Um unsrer Fürstin Thron.
Vom Pilztisch schlürfen wir die Kost,
Der Blumen süßen würz'gen Most,
Von Hyazinthenbecher nippen
Wir Nektartau mit durst'gen Lippen;
Schlaft sanft, schlaft süß:
Wir flüstern's, bettend uns voll Lust
An einer Lilie weiche Brust,
Dem Menschenblick entfloh'n.
Refrain
Schlaft sanft, schlaft süß:
Wir flüstern's, bettend uns voll Lust
An einer Lilie weiche Brust,
Dem Menschenblick entfloh'n.