Du Sinnbild der Treu
Ludwig van Beethoven
Du Sinnbild der Treue, du Pfand jener Triebe,
Die Gott einem andern zur Wonne bestimmt,
Umschließe aufs neue die Hand, die ich liebe,
Und schwelge im Glanz, der dich lächelnd umschwimmt.
Und hebt, wenn du mahnst an vergangene Bilder,
Beim Sinken der Träne ihr Busen sich milder,
So störe ihr Glück nicht ein Schatten von Pein,
Sei die Lust nu für sie, mir Kummer allein.
Ach, hätte die Locke, umschlossen von dir,
Ihre rosige Wange im Kuß je berührt,
Welch Lösegeld könnte dich lösen von mir?
Wo gäb' eine Macht es, die dich mir entführt?
Im Dulden, im Meiden der heimischen Laren,
In Krankheit, Betrübnis, in Schmerz und Gefahren,
Würd' ich tragen am Herzen dich, bis es verdorrt,
Wir sänken zusammen, vereinigt hinfort!