Ernst und Weisheit sei verscheucht
Ludwig van Beethoven
Ernst und Weisheit sei verscheucht!
Denn wenig mag es mir behagen,
Das zu sein, was Tand mich deucht
Und eitlen Lorbeern nachzujagen!
Auf! Mein arglos lächelnd Herz,
Der Phantasie Gefild durchmessen!
Laß mich scheiden nur vom Schmerz
Und dieser faden Welt vergessen!
Refrain:
Du, der mehr als Wesie weißt,
Sing dein Lied aus voller Brust;
Dankbar lauscht der Jugend Geist
Dem Wort, das Liebe rät und Lust.
Kränkt mein froher Blick euch? Fliehen
Wort und Schritt mir zu geschwinde?
Geht und lehrt bedächt'ger ziehn
Die Sommerfäden dort im Winde.
Geht zum jungen Frühlingshang
Und schmält der Blumen lustig Blühen,
Schweigen laßt des Hänflings Sang
Im lust'gen Mai, beim Mittagsglühen.
(
Refrain
Fort mit Weisheit, trüb und alt,
Ha! Narretei nur mag uns frommen;
Still mein Lied, ein Laut erschallt,
Der Reigen naht, die Tänzer kommen.
Wird dort einer, der mich sieht,
Mir Lust und Narrheit taumelnd preisen,
Er nur, der mich so beriet,
Beim Himmel! Machte mich zum Weisen.
(
Refrain