Laß brütende Schwärmer

Ludwig van Beethoven

Laß brütende Schwärmer, erhitzt und phantastisch,

Und singen von Elfen beim Mondlicht am Rain;

Doch Patrick O'Donnels Geschmack ist mehr plastisch,

Denn allzeit am Ort scheint ihm Liebe zu sein.

Zu Cork und Killarney, Killala und Blarney,

Bei Kirchweih und Markt steht nach Liebe mein Sinn:

Mein Kind, willst du nur mir vertraun,

Lieb' ich dich zärtlich, wo immer ich bin.

Dein Antlitz, wie hab' ich's, beim Treiben der Kühe,

Gleich dem eines Engels im traum oft gesehn;

Wenn im Kot ich Kartoffeln zu schaufeln mich mühe,

Wem anders als dir gilt mein seufzendes Flehn?

Mir schwindelt beim Säen, ich taumle beim Mähen,

Es hämmert mein Busen, betrübt ist mein Sinn:

Mein Kind, willst du nur mir vertraun,

Lieb-ich dich zärtlich, wo immer ich bin.

Als Holde im Sommer zuerst ich dich blickte,

Erstarte in wonnigen Schauer mein Blut;

Als Winters dein Lächeln mich wieder erquickte,

Entbrannte im Herzen mir feurige Glut.

Bei wechselnder Sonne bleibst du meine Wonne,

Dir geb' ich, o Judith, vertrauend mich hin:

Mein Kind, willst du nur mir vertraun,

Lieb' ich dich zärtlich, wo immer ich bin.