Lieb und Glück fahrt hin auf immer

Ludwig van Beethoven

Lieb und Glück fahrt hin auf immer

Traum auch du und all dein Schimmer;

Hoffnung, Furcht und süßes Sehnen

Muß zerschmelzen jetzt in Tränen.

Mußt' ich drum so heiß dich lieben?

Rühren dich zu gleichen Trieben?

Schwer mit Gram dein Herz beladen?

Deinem Leumund grundlos schaden?

Starr in deinen Glanz versunken,

Von dem Traum des Glückes trunken,

Mein dein schuldlos Leben nennend,

Auf der Zukunft Himmel brennend,

Dir mein ganzes Herz ergebend,

Dir nur atmend, dir nur lebend,

Konnt' ich ferne Wetter schauen?

Wenn wir nie uns doch besessen,

Nie geliebt so schmerzvergessen,

Nie gesehn uns, nie geschieden,

Ungetrübt blieb' unser Frieden.

Leb denn wohl, du Schönste, Erste,

Leb denn wohl, du Beste, Hehrste;

Einen Kuß noch, dann geschieden,

Ein, noch ein Lebwohl hinieden!