Mein Liebster hat mir eingebracht
Ludwig van Beethoven
Mein Liebster hat mir eingebracht
Nicht Gold noch Erdenglanz;
Er gab ein Gut, das reicher macht,
Er gab sein Herz mir ganz.
Sein edler Sinn, sein echter Wert
Nahm meine Seele ein,
Und wenn ich Erdenglück begehrt',
Dacht'ich an ihn allein.
Doch fern vom lieben Heimatsdach
Treibt Durst nach Gold ihn jetzt;
Was jagt sein Herz dem Reichtum nach,
Wenn mich nur Liebe letzt'?
Das karge Mahl, das niedre Zelt
War selig, Lieb', mit dir;
Die schmale Kost, die kleine Welt
War mehr als Reichtum mir.
Dem wilden Ozean trotzet er,
Und fruchtlos ist mein Weh;
Kennt Mitleid wohl das falsche Meer,
An dessen Strand ich fleh'?
Das Meer ist tief und schwarz die Nacht,
Doch friedlich zieht die Flut,
Ach, jeder Wind mich weinen macht -
Der Sturm durchtost mein Blut!