Nein, nicht wie damals
Ludwig van Beethoven
Nein, nicht wie damals prangst du hehr,
Doch wähne nicht, mich schmerzt'es sehr,
Vergiß mein Herz auch nimmermehr
Den Reiz, einst schmückend dich.
Weil allzugut mein Herz belehrt,
Was dir getrübt der Augen Strahl,
Welch Gift an deinen Reiz gezehrt
Und deine Wangen machte fahl:
Was schleichend dir Gesundheit stahl,
War banger Gram um mich.
Ich sah auf meine Kissen dich
Gebeugt so treu, so minniglich,
Dich jeder Laune fügend sich,
Und nie ein murrend Wort.
O Lieb', dein blasses Angesicht
Beut einen süßen Reiz mir dar,
Strahlt mir ein holder, treuer Licht
Als einst, da es noch blühend war;
Dort strahlt mir Liebe engelklar,
Mein Himmel strahlt mir dort!