O Harfe Irlands
Ludwig van Beethoven
O Harfe Irlands, stumm nun ruhst du dort,
Set er, der letzte seines Stammes schied;
Und nimmer tönen wird des Sängers Wort,
Das hold vermählt sich deinem Himmelslied.
Die Hand ist kalt, die einst mit Flammenglut
Durchrauschte deiner Töne Zauberflut.
Wie war des Sängers Abend so allein,
Wie ließ er grollen oft dein spiel im Wind;
Von grauer Vorzeit sang er wildem Hain
Und von Legenden einem Schäferskind.
Die Purpurheide war zur Nacht sein Pfühl
Des Landmanns Dach vor Stürmen sein Asyl.
Der Wind, grüßt er sein Grab mit duft'gem Wehn,
Die wilden Blumen beugend auf dem Hang,
Soll dumpf durch deine letzen Saiten gehen
Und traurig flüstern seinen Leichensang.
Der Hirt, der seinem Lied zu lauschen stand,
Sing' es mit Tränen noch vom Grabesrand.