O hätte doch dies goldne Pfand
Ludwig van Beethoven
O hätte doch dies goldne Pfand
Mein Los mit deinem fest verbunden!
Nicht Leichtsinn hätt' ich dann gekannt,
Mein Friede wäre nie verschwunden!
Ach, meiner Sünde schwere Schuld trägst Du!
Du brachst der Liebe Bande!
Sie kostet mich der Eltern Huld,
Sie riss mich früh zu Weh und Schande!
Einst war mein Herz wie Deines rein,
Ertötend jedes schnöde Feuer;
Doch Deine Treue blieb nicht mein,
Ein And'rer ward dir werth und theuer!
Gern stört' ich seines Lebens Ruh,
Säh' ihn von jedem Glück verlassen!
Doch lächl' er froh der Zukunft zu:
Wie könnt ich, was du liebest hassen?
Seit sich Dein Engelbild gewandt,
Muss gramerfüllt ich unstät wandern.
Ach, was allein in Dir ich fand,
Such' ich vergebens nun in Andern!
So lebe wohl denn, falsche Maid!
Vergeblich fliessen meine Zähren
Weg Hoffnung, weg Erinnerungsleid,
Mein Stolz soll mich vergessen lehren!
Der wüsten Jahre taumelnd Drehn,
Ermattender Genüsse Freuden
Erschrockner Mütter fruchtlos Flehn,
Des Liebelns Höllenlust und Leiden,
Dies Angesicht von Sünden bleich,
Von Glut verzehrt, dem Tod verschrieben:
Nie kannt' ich's! Rein war ich und reich
An stillem Glück, mit Dir geblieben!
Einst lächelt'uns so süss Natur,
Die Nachtigall schien dir zu flöten;
Mein Herz kannt' keiner Falschheit Spur,
Es schlug im Stolz, dich anzubeten!
Jetzt lachen andre Wonnen hier:
Verwerflich Thun wehrt ernstem Denken;
Dies kann nur Wahnsinns Wüthen mir,
Nur jenes mir Vergessen schenken!
So stähl' ich denn dies arme Herz;
Das für vergebne Reu geboren,
Selbst Teufel weinen meinem Schmerz,
Daß ich auf ewig sie verloren!