Schilderung eines Mädchens

Beethoven, Ludwig van

Schildern, willst du, Freund! soll ich

Dir Elisen?

Möchte Uzens Geist in mich

Sich ergiessen!

Wie in einer Winternacht

Sterne stralen,

Würde ihrer Augen Pracht

Oeser malen.

Finden wirst du voll und rund

Ihre Wangen,

Und den Purpur auf dem Mund

Herrlich prangen.

Und den stolzen Thron der Lust,

Sich zur Ehre,

SYSTEMBildete nach ihrer Brust

Selbst Cythere.

Wie sich, wenn ein Zephyr weht,

Wölkchen heben,

Scheint das Mädchen, wenn sie geht,

Nur zu schweben.

Sahst du je der Grazien

Jüngste hüpfen:

O so hast du sie gesehn

Tanzend schlüpfen.

Welchen Reiz dem Körper noch,

Sag's, fehle?

Zehnmal findst du schöner doch

Ihre Seele.

Wenn sie weit auf Gottes Flur

Umher bliket,

Wie wird sie durch dich, Natur!

Ganz entzüket!

Fern ist sie von niederm Schmäh'n,

Fern von Neide.

Glücklich alle Welt zu sehn

Wär' ihr Freude.

Für ihr Herz, das edel denkt,

Welche Ehre,

Wenn sie Menschenelend schenkt

Eine Zähre!

Hält sie einst von Liebe warm,

Wie die Sonne,

Mich in ihrem weichen Arm:

Welche Wonne!