Sonnenschein
Ludwig van Beethoven
Komm, Ellen, ans Herz mir, zuletzt kam die Sonne,
Mit Rosen bekränz uns, von Sorgen nun frei;
Komm, trinke vom Kelchglas, es strahlt mir zur Wonne,
vom Kelchglas, gefüllt, nun der sturmwind vorbei.
O nicht, daß ich strebte, mit weltlichen Flammen
Verwirrend dein sanftes Gemüht zu durchsprühn;
Doch laß uns frohlocken beseligt zusammen,
Und Ellen, dein Lächeln laß huldreich mir glühn.
Komm trinke vom Becher - bis Ellen ihn weihte,
Umsonst blühn die Rosen, umsonst perlt der Wein -,
Den Hoffnung versüße und Liebe bereite
Zu Bildern von holderem, lichterem Schein.
Verjüngt strahlt die Welt, malt uns Himmelsgestalten,
Und wie nach dem Regen die Flur glänzt mehr reich,
So schauen wir Hoffnung und Glück sich entfalten -
Denn wo litten Herzen den unsrigen gleich?
O nimmer vergess'ich, wie treu deine Minne
In Seufzern und Elend geteilt mein Geschick;
Wie hätt'ich gefehlt in der Nacht meiner Sinne,
Wenn Trost mir gestrahlt nicht dein leuchtender Blick.
Nimm das schäumende Glas, meinen Dank laß dir singen,
Kein Sturm soll den Traum unsrer Seelen entweihn,
Einen Himmel auf Erden soll Liebe uns bringen
Und holdes Entzücken uns zaubern der Wein!