Trüb und traurig schien die Sonne

Ludwig van Beethoven

Trüb und traurig schien die Sonne,

Als zum hof schön' Ellen flog,

Als von Weisheit, Lieb' und Wonne

Ein geträumtes Glück sie zog.

Heimgekehrt scheint anmutreicher

Sie in Lächeln, Wort und Scherz,

Jeder Reiz noch göttergleicher,

Doch verändert ist das Herz.

Ach, dahin die holde Spröde,

hin auf ewig, ohne Spur,

Was zum Paradies die Öde

Wandelt: Unschuld und Natur.

Nicht entzückt der Frührotsänger

Grüß sie mehr vom Wolkenreich;

Veilchen, nicht umblüht sie länger,

Euer Liebreiz gilt ihr gleich.

Geh, wo Schmeichler Weihrauch streuen,

Reichtum lockt und Kerzenglanz,

Kann dein stolzes Herz erfreuen

Dörflicher Bewundrung Kranz?

Geh - o daß der Unschuld Schimmer

In dein Herz blad wiederkehr'!

Hart ist's - sei der grund, was immer -,

Ellen nicht zu lieben mehr.