Von Dermot heißt man lassen mich

Ludwig van Beethoven

Von Dermot heißt man lassen mich,

Denn niedrig ist sein Rang,

Da einer Lady Tochter ich

Und edlem Blut entsprang.

Doch trüge nicht die Mutter Weh

Und dürfte Klarheit sein,

Gern sagt' ich diesem Schloß ade

Und lebte ihm allein.

Die Mutter, die mich zärtlich liebt,

Nimmt oft mich bei der Hand

Und spricht, der Liebe Traum zerstiebt,

Und schwört, 's ist alles Tand.

Ach, solch ein Wort hört klug sich an

Und deucht der Mutter gut,

Denn die hat ihren lieben Mann,

Und sorglos kreist ihr Blut.

O Liebchen, lasse nicht von mir,

Ob niedrig auch mein Rang,

Ob du der lady Tochter hier,

Die edlem Blut entsprang.

Und trägt auch deine Mutter Weh,

Wenn alles klar wird sein,

Sie spricht zuletzt gerührt doch: "Geh,

Und lebe ihm allein!"

Hier sitz' ich, Lieb', und denke dein,

Starr' in den Stromesschaum,

Und seh' im Traum dein Fensterlein

Am luft'gen Ulmenbaum,

Des Shannons Wogen ziehn mit Macht

Dein Schifflein, fürchte ich,

komm nicht herüber mehr zur Nacht,

denn Sturm tost winterlich.

Wer gleicht, o aller König, dir

Beim Leichenzug und Tanz?

Des Vaters stolze Sippe hier

Verbleicht vor deinem Glanz.

Mein Herz ist treu, dein Herz ist warm,

Und so ist meins zu dir:

Und gäb' mein Vater nur die Farm,

Wie glücklich lebten wir!