Wiegenlied

Benedikt Randhartinger

Sachte will's dämmern,

Mit seinen Lämmern

Zieht schon der Mond an dem Himmel die Bahn;

Müde vom Singen

Vögelein schwingen

Sich zu dem traulichen Neste hinan.

Draußen den zarten

Blümlein im Garten

Fallen die schimmernden Äugelein zu.

Horch, und die Glocken,

Wie sie dich locken:

Schlafe, mein rosiges Kindlein, auch du!

Hörst du das Englein?

Fächelt die Wänglein

Dir mit den Flügeln leise zur Nacht;

Hebt dich vom Pfühle,

Trägt in der Kühle

Dich in die himmlischen Gärten voll Pracht.

Morgens dann wieder

Fliegt's mit dir nieder,

Legt dich behutsam in's Bettchen zurück,

Daß beim Erwachen,

Froh noch dir lachen,

Kindlein, die Augen vor seligem Glück.