Der sechzehnte Geburtstag
L. Berger
Die Schifflein kommen, die Schifflein gehn,
Von Wind und Welle getrieben,
Des Lebens Träume flieh'n und verweh'n!
Wer sagt uns, wo sie geblieben!
Wie fuhren die ersten Fünf geschwind,
In unbewussten Tagen,
Mir war, als ob die Mutter das Kind
Im Arme gewiegt und getragen.
Willkommen, rief ich, du schöner Mai,
Als ich nun auferwachte;
Da fuhren die zweiten Fünf vorbei,
Eh' ich es selber noch dachte!
Ei, wären doch, rief ich, im Kindeswahn,
Die dritten Fünf schon nur Stelle!
Da legt' ich die Hand an's mit an,
Un schlug wohl die zögernde Welle.
Heut zähl' ich sechszehn mit Bedacht,
Die Röslein blühn in dem Garten;
Du liebes Schifflein fahr' fein sacht,
Wir wollen die andern erwarten!
Die Schifflein kommen, die Schifflein gehn,
Von Wind und Welle getrieben;
Des Lebens Träume flieh'n und verweh'n,
Wer sagt uns, wo sie geblieben.