Frühlingssehnsucht

L. Berger

Säuselnde Lüfte

Wehend so mild,

Blumiger Düfte

Athmend erfüllt!

Wie haucht Ihr mich wonnig begrüßend an!

Wie habt Ihr dem pochenden Herzen gethan?

Es möchte Euch folgen auf luftiger Bahn!

Wohin?

Bächlein, so munter

Rauschend zumal,

Wallen hinunter

Silbern in's Thal.

Die schwebende Welle, dort eilt sie dahin!

Tief spiegeln sich Fluren und Himmel darin.

Was ziehst Du mich, sehnend verlangender Sinn,

Hinab?

Grüßender Sonne

Spielendes Gold,

Hoffende Wonne

Bringest Du hold.

Wie labt mich Dein selig begrüßendes Bild!

Es lächelt am tiefblauen Himmel so mild,

Und hat mir das Auge mit Thränen gefüllt! -

Warum?

Grünend umkränzet

Wälder und Höh'!

Schimmernd erglänzet

Blüthenschnee!

So dränget sich Alles zum bräutlichen Licht;

Es schwellen die Keime, die Knospe bricht;

Sie haben gefunden was ihnen gebricht:

Und Du?

Rastloses Sehnen!

Wünschendes Herz,

Immer nur Thränen,

Klage und Schmerz?

Auch ich bin mir schwellender Triebe bewußt!

Wer stillet mir endlich die drängende Lust?

Nur Du befreiest den Lenz in der Brust,

Nur Du!