Lied aus 1812

L. Berger

Einsam wandle ich so gerne,

Suche mir den stillsten Weg;

Von den Frohen bleib' ich ferne,

Liebe Waldes dunklen Steg;

An der Felsenwand,

An des Bächleins Rand,

Setze ich mich sinnend nieder: --

Wann, ach wann kehrst

du

mir wieder!

Auf der Lüfte linden Schwingen

Kehrt der holde Lenz zurück;

Alles wird er wiederbringen,

Alle Lust und alles Glück.

In dem dunkeln Hain,

Selig, traut allein,

Tönen neu die alten Lieder --

Wann, ach wann kehrst

du

mir wieder!

Wenn die kleinen Schwalben fliehen

Unser traulich stilles Dach,

Möchte ich beflügelt ziehen

In die fernsten Lande nach.

Ob die Lippe bleicht,

Bis ich dich erreicht,

Senk' ich nimmer mein Gefieder --

Wann, o wann kehrst

du

mir wieder!

Wie des Bächleins Wellen fließen

Fort und fort bis an das Meer,

Werde Tränen ich vergießen,

Und sie trocknen nimmermehr.

Säumest du noch lang,

Bricht mein Herze bang,

Legt das müde Haupt sich nieder --

Wann, ach wann kehrst

du

mir wieder!