Sand's Todesmorgen
L. Berger
Die Glocken hallen leis' und bang,
In tiefer Wehmuth Trauerklang.
Es harret stumm der Menge Kreis
Und manche Thräne rinnet heiß!
Ein Maienmorgen trüb, doch lind,
Mit leisen Schauern rauscht der Wind,
Die Wolken ziehen schwer und grau,
Doch droben ew'gen Himmels Blau.
Hart war der Kampf und schwer die That,
Du sä'test dunkle Purpursaat!
Dir wuchs daraus der Todtenkranz,
Doch mild bethaut von Thränenglanz.
Die letzte, bange Stunde naht,
Vollendet ist Dein Erdenpfad.
Du kniest, wir beten still mit Dir:
"Des Himmels Gnade sei mit Dir!"
Es hat Dein irrend Herz gefehlt,
Doch edel war die Brust beseelt!
Es büßt der Irrthum durch den Tod,
Doch jenseit glänzt das Morgenroth!