Schön Suschen
L. Berger
Schön Suschen stand im Gartenhaus
Sie hätt' das Grün so gern,
Sie schaut zum Fenster hell hinaus
Als wie der Morgenstern.
Sie hält den Pfeiler wohl in dem Arm,
Der kalte Stein, der wird nicht warm,
Da denkt sie in die Ferne
So gerne, so gerne, so gerne.
Am Himmel viel geschrieben steht,
Auf Erden noch vielmehr,
Und wenn's von drüben zu ihr weht,
Wird ihr das Herz so schwer.
Die Berge liegen so fern und blau,
Die Stadt im Thale nebelgrau,
Da schaut sie in die Ferne
So gerne, so gerne, so gerne.
Laß immerhin die Wolken ziehn,
Sie ziehen gar zu weit,
Schau um dich her, in Duft und Grün
Die bunte Herrlichkeit.
Die Trauben hängen voll herein,
Sie trösten uns auf guten Wein,
Da denken wir die Ferne,
So gerne, so gerne, so gerne.
Die Trauben sind wie unser ein,
Sie haben Fleisch und Blut,
Und kochen in dem Sonnenschein
Des Weines heiße Gluth.
Und wer sein Herz zur Liebe wend,
Der meint es hätte nie ein End
Und jubelt in die Ferne
So gerne, so gerne, so gerne.