Des Pförtners Morgenlied
W. Berger
Pförtner
(kommt singend)
Verschwunden ist die finstre Nacht,
Die Lerche schlägt, der Tag erwacht,
Die Sonne kommt mit Prangen
Am Himmel aufgegangen.
Sie scheint in Königs Prunkgemach,
Sie scheinet durch des Bettlers Dach,
Und was in Nacht verborgen war,
Das macht sie kund und offenbar.
(Stärkeres Klopfen.)
Poch! Poch! Geduld da draußen, wer's auch ist!
Den Pförtner laßt sein Morgenlied vollenden.
Ein guter Tag fängt an mit Gottes Preis;
's ist kein Geschäft so eilig, als das Beten.
(Singt weiter.)
Lob sei dem Herrn und Dank gebracht,
Der über diesem Haus gewacht,
Mit seinen heiligen Schaaren
Uns gnädig wollte bewahren.
Wohl Mancher schloß die Augen schwer
Und öffnet sie dem Licht nicht mehr;
Drum freue sich, wer, neu belebt,
den frischen Blick zur Sonn' erhebt.