Die Soldatenbraut
W. Berger
Es hallt herauf von ferne
Gemessen Tritt an Tritt.
Wie horcht mein Ohr so gerne!
O könnt' ich, dürft' ich mit!
Es sind, es sind Soldaten,
Mein Liebster ist dabei;
Ich kann mir nicht mehr rathen,
Der Faden reißt entzwei.
Wenn Trommeln und wenn Pfeifen,
Wenn Fahnen hochgeschwenkt
So frisch an's Herz mir greifen,
Das an den Liebsten denkt, --
O Mutter, sag', wie kann ich
Noch weilen hier am Platz?
Schon viele Stunden spann ich,
Nun ruft mich laut mein Schatz.
Laß sie Soldatendirne
Mich schelten nur, was thut's?
Ich biete meine Stirne
Dem Spotte frohen Muth's.
Mein Schatz ist treu und wacker,
Wie einer auf der Welt,
Und pflügt er nicht den Acker,
Baut er das Kriegesfeld.
Bald werden Trommel schlagen
Und Fahnen flatternd wehn;
Da gilt es ohne Zagen
Dem Feind im Kampf zu stehn.
Ich, seine Frau, begleite
Das Herr mit frohem Sinn,
Und labe nach dem Streite
Als Markentenderin.