Es glich dem Maienthaue
W. Berger
Es glich dem Maienthaue
Vor Zeiten meine Lieb;
An jeder Blume der Aue
Ein Tropfen haften blieb.
Und kann die Sonne gezogen
Am blauen Himmelsrund,
Der Thau ward aufgesogen
Von ihrem heissen Mund.
Nun gleicht dem Quell mein Minnen,
Der hat der Tropfen viel,
Und seine Wellen rinnen
Zu einem einz'gen Ziel.
Sie rauschen leise Lieder
Der schlanken Weide am Rain,
Sie neigt sich lauschend nieder. --
Ach Lieb, wann wirst du mein?