Lenznacht

W. Berger

Der Flieder duftet, die Rose blüht,

Komm herab in den nächtlichen Garten,

Das Mondlicht zittert, die Seele mir glüht,

Komm herab, laß umsonst mich nicht warten!

Hörst du nicht flüstern die Buchen im Hain,

Hörst du nicht singen die Waldvöglein?

So süß, so rein?

O laß den Geliebten nicht warten!

Die Rosen duften, es blüht der Jasmin,

Es schlagen die Nachtigallen,

Tauperlen flimmern im Wiesengrün

Und leise die Wogen wallen.

O komm herab in die blühende Nacht,

Der Lenz und die Liebe sind beide erwacht

Mit Macht, mit Macht, --

Komm herab, unter Blumen zu wallen!

Sie öffnet das Fenster, sie winkt mit dem Tuch

Schon wallt sie durch blühende Auen,

Ihr Götter! Ist es kein Traum, kein Trug?

Sie erhört mich die schönste der Frauen!

Sie schwebte herab in die Frühlingsnacht,

Der Lenz und die Liebe sind beide erwacht

Mit Macht, mit Macht, --

Gott grüß dich, du schönste der Frauen!