Niss Puk

W. Berger

Da schlage denn doch das Wetter drein!

Nein, länger halt ich's nicht aus!

Ich fliehe die endlosen Neckerein,

und willst du nicht mit, dann geht's allein

in die Welt hinein.

Kurz, ich verlasse dies Haus!

Nachts kneipt es mir bald die Nase

und bald die Zeh'n,

früh' hör' ich, als wenn er rase,

den Haushahn krähn.

Wer tut es? Der Puk!

Dir, Frau, benascht er jeglichen Krug,

zehn Katzen stöhlen nicht mehr!

Wer anders auch war's, der die Scheiben zerschlug,

der die Eier der Hühner vom Neste vertrug

und sonst genug,

wer anders wohl war's als er?

Das rummelt und tummelt im Koben

und läßt nicht Ruh':

Gewieher, Gepolter und Toben,

ach, immerzu!

Wer tut es? Der Puk!

Uns quält er mit Schabernack so bis auf's Blut,

ich sag's: Was zu toll, ist zu toll!

Jüngst sah ich den kleinen Unhold recht gut

in grasgrüner Jacke und spitzem Hut,

die böse Brut,

das Kerlchen misst keine vier Zoll!

Ha, dacht' ich, zahl's heim nun mit Zinsen!

Nun auf ihn schnell!

Allein er entschlüpfte

mit Grinsen hohnlachend hell,

der arge Niss Puk!

Hier geht es nun immer

nur schlimmer

so fort, bis Kisten und Kasten geleert.

Drum, Frau, hinweg von diesem Ort!

Pack ein, daß wir entflieh'n dem Tort!

Haha, haha! Ha, wer lacht dort

so höhnisch hinter dem Herd?

Der Kobold soll nicht unser Glück verderben,

er bleibet hier, doch mit Farren

und Karren

und Schüsseln und Scherben

fort ziehen wir, fort von dem Niss Puk!

Geräumt war das Häuschen bald bis an's Dach,

der Bauer, mitsamt seinem Weib,

saß hoch auf beladenem Wäglein,

gemach den Hof schon verlassend, da rief mit Gelach

ein Freund ihm nach,

was plötzlich von hinnen ihn treib'?

Er wollte die Antwort just sagen,

doch blieb er stumm,

denn piepend rief's hinten im Wagen:

"Wir zie-hen um!"

Wer rettet vor'm Puk?