Sylter Lied
W. Berger
Heil unsrer Väter starkem Stamm,
Kraftvoll und ohne List!
Ein Volk, so treu und stolz und stramm,
Da gab's nicht Neid noch Zwist.
Und Mut und Einheit hielt uns frei:
Wann je ein Feind uns traf,
Scholl's laut: "Ihr Sylter all herbei!"
Und "lieber tot als Sklav!"
Piraten nahmen Hörnums Strand;
Da schau'n in wilder Gier
Sie droben eine Maid am Land.
"Drauf los! Die holen wir!"
Doch sie, so schnell und schlank und jung,
-- Daß sie nicht Schande traf --,
Stürzt kühn ins Meer mit jähem Sprung:
"Nein, lieber tot als Sklav!"
Ein Sylter Schiff fährt fern im Meer,
Seeräubervolk greift an;
Die Sylter, kühn in Gegenwehr,
Sie streiten Mann an Mann.
Da ward im Kampf nach kurzer Frist
Den Räubern rechte Straf:
"Hoch bis zur Raa sie aufgehisst!"
Und "lieber tot als Sklav!"
Kommt unser Deutschland je in Not,
Dräut uns der Feinde Schreck,
Dann heißt das Sylter Aufgebot:
"Frisch, alle Mann auf Deck!"
Wir gehen mutig in den Tod,
Wie unsre Väter brav:
Hoch unsre Farben schwarz, weiß, rot:
Und "lieber tot als Sklav!"