Trost der Nacht

W. Berger

Zur Erde kommst du, stille Nacht,

auf dunklen Schwingen wieder,

um meine Stirne weht so sacht,

so tröstend dein Gefieder.

In manches kranke Menschenherz

senkst du den Tau, den feuchten,

stumm ist die Klage, stumm der Schmerz,

wenn deine Augen leuchten.

Du Trösterin vom Sternenreich,

laß mich ans Herz dir sinken,

ich bin der müden Blume gleich,

die Tau begehrt zu trinken.

O gib auch mir, auch mir die Ruh

und laß die Klage schweigen,

o laß den Stern des Trostes du

in meiner Seele steigen.