Ich will den Sturm

Bertha Frensel Wegener-Koopman

Ich will den Sturm, der mit den Riesenfäusten

Vom Boden der Alltäglichkeit mich reißt

Und mich hinauf in jene Höhen schleudert,

Wo erst das Leben wahrhaft Leben heißt!

Ich will den Sturm, der mit gewaltigem Athem

Zur lichten Gluth die stillen Funken schürt

Und alle Kräfte dieser Brust entfesselnd,

Zum Siege oder zur Vernichtung führt.

Laß mich nicht sterben, Gott, eh' meine Seele

Ein einzig Mal in Siegeslust gebebt --

Ich kann nicht ruhig in der Erde schlafen,

Eh' ich nicht einmal, nicht einmal ganz gelebt!