Abends

C. Attenhofer

Vom Morgenglüh'n bis in die Nacht

Hast du gescherzt und hast gelacht,

Doch wie die Sterne scheinen,

Da hebst du an zu weinen.

Seh' ich verloh'n das Abendroth,

So denk' ich an den dunkeln Tod,

Und für mein junges Leben

Faßt mich ein banges Beben.

So wie den Tag die kühle Nacht

Erblassen und erkalten macht,

So wird von Leib und Freuden

Der herbe Tod uns scheiden.

Dein trautes Wort, dein süßer Gru&szlig,

Dein treuer Blick, dein heißer Kuß,

Der Druck der lieben Hände --

Ach, alles nimmt ein Ende.