Der Mond scheint durch den grünen Wald

C. Attenhofer

Im Grase thaut's, die Blumen träumen

Von ihrem bunten Honigdieb,

Und oben flüstert's in den Bäumen:

Schläfst du? schläfst du, mein trautes Lieb?

Der Mond scheint durch den grünen Wald.

Ein Aestlein wankt mit leisem Wiegen,

In dunkler Blätterheimlichkeit

Regt sich, ein Kosen, Schweben, Schmiegen:

Dir treu, dir treu in Ewigkeit!

Der Mond scheint durch den grünen Wald.

Nun wird es still in Luft und Zweigen,

Ein wonnig Athmen hebt die Brust,

Dich küßt die Nacht mit süßem Schweigen,

Ruh' aus, ruh' aus von Lieb' und Lust,

Der Mond scheint durch den grünen Wald.