Morgenempfindung

C. Baum

Es säuselt der Lenzwind, die Knospen, sie schwellen,

Es strömen zu Flüssen die rieselnden Quellen,

So will denn auch ich mich der Gotteswelt freun

Und in ihr und mit ihr mein Streben erneun.

Wie fruchtreich die Felder, wie üppig die Aue

Und über dem allen der Himmel, der blaue,

Hinaus, mit der Lerche helljubelnder Sang,

Schwingt froh sich der Seele begeisterter Dank.

O Düste, o Klänge, o rastloses Leben!

Wie bin ich von wonniger Ahnung umgeben!

Hat schon das Vergängliche solch' einen Schein,

Wie muß erst das ewig Unsterbliche sein!