Die wilden Frauen vom Untersberg
C. Beilschmidt
Die wilden Frauen vom Untersberg
Verachten alles verschrumpfte Gezwerg,
Sie wöllen gewachsene Knaben
Zu ihrer Kurzweil haben.
Naht so ein Schnitter schmuck und jung,
Gleich sind sie da im luftigen Schwung,
Das Haar goldgelb wie Seiden,
Und helfen ihm Uhren schneiden.
Sie wirbeln verlockend um ihn her;
„Komm gern, es reut dich nimmermehr,
Komm gern zu Tanz und Spiele
In Bergesschoß und Kühle!”
Was will der arme Knabe tun?
Bald läßt er Kampf und Sträuben ruhn,
Daß er die goldgelben Haare
Nur länger noch gewahre.
Er zieht bergein an ihrer Hand,
Mein Mensch erfährt wohin er schwand,
Bis er auf wolkigen Höhen
Wird schlafend einmal gesehen.