Goldhaar der Junge
C. Beilschmidt
Es klang wohl über Wälder her,
Wie einer Geige süßer Ton,
Es sang so schön kein zweiter mehr,
Wie König Goldhaars jüngster Sohn.
Er sang von einer Mühle,
Die hat er tief im Traum gesehn,
Er sah das Wasser kühle
Gar still durch ihre Räder gehn.
Wohl liegt sie weit verborgen,
Im Schindeldach und grau bemoost,
Dort wäscht sich jeden Morgen
Die schöne Jungfrau Herzenstroft.
Nach einem Tag voll Kampf und Spiel
Hat er sie einst im Traum erschaut,
Da ward das Heimweh sein Gespiel
Und Sehnsucht seine Herzensbraut.
In allen Ländern trieb's ihn her
Und trieb's ihn hin viel Jahre schon,
Es sang seitdem kein Zweiter mehr
So schön wie Goldhaars jüngster Sohi.
Er sang durch alle fernen
Gleich Engelchor und Cherubim --
Ein Heimweh nach den Sternen
Lag tief in seinem Lied und ihm.