Das schiffende Brautpaar

C. Blum

Hoch im weißen Schaume flogen

Vier barbarische Galeeren,

Machten schnelle Jagd auf eine

Kleine Spanische Gallione,

In der ein beglücktes Brautpaar

Freudig durch die Wellen schiffte:

Er ein Edler von Mallorca,

Sie die Schönste Valenciana.

Hold begünstigt von der Liebe,

Sehnen sie sich nach Mallorca,

Da ihr Freudenfest zu feiern,

Da zu sehn der Liebe Heimath.

Und je mehr bei stillem Ruder

Sanfter sich die Wellen neigen,

Immer schmeichelnder die Winde

Rauschten in der Liebe Segel;;

Sehen schnell sie sich umgeben

In der tiefsten Meeresenge;

Schnell von allen Seiten kommen

Auf sie stolze Feindesmasten,

Die die Raubessucht beflügelt,

Wie sie flügelt kaltes Schrecken.

Zarte Silberperlen weinend,

Flehet so die arme Dame:

"Holdes, liebes, frisches Lüftchen,

Warest du der Flora Liebling;

Denk' an deine ersten Küsse

Und errette uns're Liebe.

"Du, der mit der Götter Allmacht

Wenn du auf ein Schiff ergrimmest,

Schleuderst es auf Sand des Meeres,

Als ob's hundert Felsen wären,

"Und der mit der Götter Linde,

Wenn dir gute Menschen flehen,

Eine arme Meerestrümmer

Kannst aus Königsflotten retten;

"Rette unser liebend Segel

Aus den Händen jener Räuber;

Wie du aus der Geier Klauen

Rettest eine weiße Taube."

*

Und je mehr bei stillem Ruder

Sanfter sich die Wellen neigen,

Desto rascher wehn die Winde

Sie in ihrer Liebe Heimath.