Der Wanderer

C. Blum

Von der Heimath wollt' ich fliehen,

Wußte nicht, woher, wohin!

In die Fremde wollt' ich ziehen,

Seltsam lag es mir im Sinn.

Heiter geht es in die Ferne,

Ist der Abschied nur vorbei,

Und des Himmels schöne Sterne

Folgen uns so still und treu.

Wie das Vögelchen die Flügel

Lustig unter Blumen schlägt,

Schritt ich über Thal und Hügel,

Fröhlich in der Brust bewegt.

Gastlich lud der Baum den Müden

Unter seiner Blätter Dach,

Sträuche schickte ihre Blüthen

Scherzen zur Begleitung nach.

Blümlein riefen mir entgegen:

Jüngling, komm', und weile hier!

Und bei Nacht und Sturm und Regen

Fand ich eine offne Thür.

Aber nimmer durft' ich weilen

Bei der Freude, bei dem Glück,

Vorwärts muß der Wandrer eilen,

Kehret auch sein Wunsch zurück.

Einst am Wege, unter Weiden,

Sah' ich eine holde Maid!

Weinend rief sie: Schweres Scheiden,

Trennung, Trennung, herbes Leid!

Und ich dacht' an Ida's Thränen,

An ihr letztes Abschiedswort,

Und es zog ein schmerzlich Sehnen

Mich zur Heimath wieder fort.

Mich vom Glücke zu entfernen

War ich eitlen Wahns bemüht,

In der Fremde mußt' ich lernen,

Daß es nur im Herzen blüht.