Lebewohl

C. Blum

Muss der kargen Pflicht die Neigung weichen

Greift der Zwang in unsre Freuden ein, --

Keine Klage soll dein Ohr erreichen,

Keine Träne diesen Schmerz entweihn.

Zieh dahin, und jeder Tag bekunde,

Welcher Sinn die scheue That vollbracht;

Zieh dahin, nur unsrer Trennungstunde

Gönne noch den Stempel eigner Macht!

Uns im Lebensmoste zu berauschen

Biete frei den Kelch der Laune dar,

Lass die Seelen einmal noch uns tauschen,

Ach! und scheiden dann auf immerdar!

Ruhig mag die Stunde dann verbluten, --

Ruhig starre dann der öde Blick,

Abgewendet von der Liebe Gluten,

Auf das kalte, schweigende Geschick!